Selbst bei einem historischen Rückgang der Immobilienpreise um 9,9 Prozent im zweiten Quartal 2023 ist der Kauf einer Immobilie immer noch teurer als die Miete. Aufgrund der hohen Kreditzinsen wäre der Kauf einer Immobilie weniger attraktiv als die Miete, selbst wenn die Mieten um weitere 20 % steigen würden. Dies ist das Ergebnis einer Untersuchung der Kreditversicherungsgesellschaft Allianz Trade. Reallohnverluste gepaart mit steigenden Mieten prägen den Wohnungsmarkt zunehmend. Die Kosten für Bauprojekte sind aufgrund der aktuellen Inflation und der steigenden Zinssätze dramatisch gestiegen, was zu einem starken Rückgang der Baugenehmigungen geführt hat. Die zunehmende Wohnungsknappheit spiegelt sich darin wider, dass im August 2023 im Vergleich zum Vorjahresmonat fast ein Drittel weniger Wohnbaugenehmigungen erteilt wurden. Von der schlechten Auftragslage sind vor allem mittelständische Subunternehmer betroffen. Sie stehen unter dem Druck mangelnder Aufträge und können die Preise ihrer Waren oder Dienstleistungen nicht so stark anpassen wie größere Unternehmen (ein Phänomen, das als Preismacht bekannt ist). Dem Bericht zufolge gab es bis August 2023 20 % mehr Insolvenzen Deutschlands Immobilien- und Bauwirtschaft als im Vorjahresmonat.